Verantwortungsvolles Spielen

Wo Sie Hilfe erhalten

  • Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person mit dem eigenen Spielverhalten kämpfen, wenden Sie sich bitte umgehend an eine Fachstelle. In der Schweiz beraten kostenlos und vertraulich unter anderem das Portal Sos-Spielsucht (Sos-jeu.ch) sowie die kantonalen Suchtberatungsstellen. Rund um die Uhr erreichbar ist die Beratungshotline 0800 040 080. Für schnelle anonyme Hilfe steht ausserdem das Portal check-dein-spiel.ch zur Verfügung, das Selbsttests und Kontakte zu geschulten Beraterinnen und Beratern bereitstellt. Ergänzend finden Angehörige und Freunde Unterstützung in Selbsthilfegruppen der Anonymen Spieler (Gamblers Anonymous Switzerland) sowie bei den kantonalen Beratungsstellen für Sucht und Prävention. Alle genannten Angebote sind vertraulich; Beratungsgespräche werden nicht an Krankenkassen oder Arbeitgeber weitergegeben.

Limits und Werkzeuge

  • Alle in der Schweiz konzessionierten Anbieter sind verpflichtet, Werkzeuge zur Selbstbeschränkung anzubieten: Einzahlungslimits pro Tag, Woche oder Monat; Zeitlimits pro Sitzung; Verlustlimits; sowie temporäre und dauerhafte Selbstsperren. Wir empfehlen ausdrücklich, diese Werkzeuge unmittelbar nach der Registrierung zu aktivieren und Limits eher konservativ zu setzen. Eine Erhöhung ist jederzeit möglich, wird jedoch mit einer Wartefrist von mindestens 24 Stunden versehen — genügend Zeit, um die Entscheidung zu überdenken. Zusätzlich lässt sich in vielen Anbieterportalen eine automatische Auszeit von 24 Stunden, 7 Tagen oder 30 Tagen einrichten; während einer Auszeit bleibt das Konto zwar bestehen, Einsätze und Einzahlungen sind aber vollständig gesperrt.

Schutz Minderjähriger

  • Online-Glücksspiel in der Schweiz ist streng auf volljährige Personen beschränkt. Konzessionierte Anbieter prüfen die Identität und das Alter vor der ersten Einzahlung mittels amtlichen Dokumenten (KYC-Verfahren). Eltern und Erziehungsberechtigte, die den Zugang von Minderjährigen zu Glücksspielinhalten verhindern möchten, sollten auf allen Endgeräten Kinderschutz-Software wie NetNanny, Qustodio oder die integrierten Bildschirmzeit-Werkzeuge von Android und iOS einrichten. Auch am Betriebssystem lassen sich mit wenigen Klicks Filter für Glücksspiel-Domains aktivieren.

Warnzeichen erkennen

  • Problematisches Spielverhalten entwickelt sich schleichend. Typische Warnzeichen sind: zunehmende Einsatzhöhen, um dieselbe Erregung zu erleben; Spielen mit Geld, das für Miete, Lebensunterhalt oder Rückzahlungen bestimmt ist; das Verheimlichen von Verlusten vor der Familie; das Nachholen von Verlusten durch weitere Einsätze; sowie ein Kontrollverlust über die Dauer und Häufigkeit der Spielsitzungen. Wer sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiedererkennt, sollte umgehend eine Fachstelle konsultieren.

Kinderschutz auf Geräten

  • Bewährte Filter für den elterlichen Schutz sind unter anderem: NetNanny, Qustodio, Norton Family und die betriebssystemeigenen Werkzeuge (Bildschirmzeit bei Apple, Familienlink bei Google, Family Safety bei Microsoft). Diese Programme blockieren nicht nur Glücksspielseiten, sondern erlauben auch die Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit und die Sperrung bestimmter Zahlungsvorgänge. Wir empfehlen, den Kinderschutz auf allen Geräten einheitlich zu konfigurieren.

Selbstsperre

  • Personen mit problematischem Spielverhalten können sich in der Schweiz zentral von allen konzessionierten Online- und Landcasinos sperren lassen. Die Sperre wirkt anbieterübergreifend und kann für einen bestimmten Zeitraum oder unbefristet ausgesprochen werden. Aufhebungen sind erst nach Ablauf der Mindestdauer und nach einem persönlichen Gespräch mit dem Anbieter möglich. Wir raten dazu, eine Selbstsperre nicht als letzten, sondern als frühzeitigen Schritt einzusetzen.